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Dr. Franz von Hammerstein

Franz von Hammerstein
Aus einer epd-Meldung: "Der frühere Berliner Pfarrer Franz von Hammerstein äußerte zur offiziellen Bundeswehr-Gedenkveranstaltung, er werde an ihr 'nicht noch einmal' teilnehmen, falls Soldaten bei dieser Gelegenheit ihr Gewehr präsentierten. Das sei ihm zuwider, sagte der Theologe, der 1944 für die Beteiligung seiner Brüder am gescheiterten Hitler-Putsch in KZ-Sippenhaft genommen wurde (...)" (epd vom 20.07.2006)

Franz von Hammerstein betonte außerdem in seiner Rede, heutige Soldaten sollten sehr wohl an Feierlichkeiten zu Ehren des Widerstands gegen den NS-Staat teilnehmen und daraus lernen. Dies sollten sie aber nicht als Soldaten in Uniform tun, sondern in Zivil. Er äußerte auch, es bestehe die Gefahr, dass heutige Soldaten womöglich wieder auf Deserteure schießen könnten, wenn es ihnen befohlen würde.

Zu Franz von Hammersteins Biographie:


Franz von Hammerstein wurde 1921 in Berlin geboren. Sein Vater, Chef der Heeresleitung Generaloberst Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord, trat als einziger führender Offizier aus Protest gegen Hitler 1934 zurück. Franz von Hammerstein erlernte den Beruf eines Industriekaufmannes und arbeitete bei Krupp. Seine Brüder Kunrat und Ludwig waren am 20. Juli 1944 beteiligt. Als Angehöriger einer Widerstandsfamilie wurde er im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Als „Sippenhäftling“ wurde er mit seiner Mutter und Schwester bis zur Befreiung in mehrere KZ (Buchenwald, Dachau) gesteckt.

Nach dem Krieg studierte er evangelische Theologie. 1958 gründete er die Aktion Sühnezeichen (ASF) mit. Von 1968 bis 1975 war er deren Generalsekretär. Zwischen 1978 und 1986 arbeitete er als Direktor der Evangelischen Akademie in Berlin. Heute wirkt er im Kuratorium von Aktion Sühnezeichen, als Vorsitzender der Stiftung westöstliche Begegnung und im Arbeitsausschuss der Stiftung "Topographie des Terrors". Er vertritt die Organisation in verschiedenen Ländern, besonders in Osteuropa. In Russland unterstützt er die Initiative "Memorial" (Opfer deutscher Okkupation und des Stalinismus). Im Jahre 2001 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und im Jahre 2003 der Lothar-Kreyssig-Friedenspreis verliehen.

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