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Ludwig Baumann
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Aus einer epd-Meldung: "'Die Richter, die uns das angetan haben, haben nach dem Krieg Karriere gemacht und die bundes- deutsche Rechtsprechung mitgeprägt', sagte der Sprecher der 'Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz', Ludwig Baumann, der selbst sieben Monate in der Todeszelle verbracht hat." (epd vom 20.07.2006)
Ludwig Baumann sprach in seiner Rede auch darüber, dass wegen "Kriegsverrat", das ist "Landesverrat im Krieg", verurteilte Menschen bis heute als vorbestraft gelten. Der Bundestag weigere sich beharrlich, ihre Urteile aufzuheben. Kriegsverräter würden in einem Atemzug mit Plünderern und Leichenfledderern genannt. Die Frankfurter Rundschau vom 21.07.2006 zitiert Ludwig Baumann mit den Worten: "Hätte es mehr solcher Kriegsverräter gegeben, wäre der Zweite Weltkrieg schneller zu Ende gewesen. Und tausende Menschenleben hätten gerettet werden können."
Zu Ludwig Baumanns Biographie
Ludwig Baumann wurde 1921 in Hamburg geboren. Als 19-jähriger wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Stationiert bei Bordeaux/Frankreich desertierte er gemeinsam mit seinem Freund Kurt Oldenburg am 3. Juni 1942, weil sie erkannt hatten, „dass es ein verbrecherischer, völkermörderischer Krieg war“. Bereits am folgenden Tag wurden beide gefasst.
Ludwig Baumann wurde am 30. Juni 1942 wegen „Fahnenflucht im Felde“ zum Tode verurteilt. Von der Umwandlung der Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe erfuhr er erst nach zehn Monaten täglicher Todesangst. Er wurde in das KZ Esterwegen, eines der berüchtigten Moorlager im Emsland, und später in das Wehrmachtsgefängnis Torgau gesteckt. Wie viele andere Deserteure wurde er in das so genannte Bewährungsbataillon 500 an die Ostfront gezwungen.
In den 1980er Jahren engagierte er sich in der „Dritte-Welt“- und Friedensbewegung. 1990 gründete er die „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz“, deren Vorsitzender er ist und tritt seitdem beharrlich für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure, Wehrkraftzersetzer und Kriegsdienstverweigerer ein. Für sein friedenspolitisches Engagement wurde er Mitte der 1990er Jahre mit dem Aachener Friedenspreis und dem Sievershäuser Friedenspreis ausgezeichnet.
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