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PRESSEINFO

Nummer: 05/96

AutorIn: Frank John

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 31.01.1996

Totalverweigerer auf Sozialamt von Feldjägern erwartet

Der Totalverweigerer Torsten Maaß aus Greifswald, wurde am 30.01.1996 von Feldjägern der Bundeswehr festgenommen.

Torsten Maaß war am Dienstagvormittag zum städtischen Sozialamt zu einem Termin geladen worden, um seine Sozialhilfe abzuholen. Dort wurde er von Feldjägern in Zivil erwartet, überrumpelt und in die Uckermarkkaserne Prenzlau gebracht.

Der 21-jährige Greifswalder lehnt den Kriegsdienst mit der Waffe bei der Bundeswehr ab. Auf das Stellen eines Antrages auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer verzichtete er, da der Ersatzdienst die Erfüllung der Wehrpflicht bedeuten würde. Kriegsdienstverweigerer können im Ernstfall genauso zum unbefristenen Dienst verpflichet werden (§ 79 Zivildienstgesetz), wodurch sie dann auch ohne Waffe kriegsunterstützend wirken. Darüber hinaus wirken Zivildienstleistende schon heute als billige Arbeitskräfte im Pflege- und Sozialbereich. Pflegebedürftigen wird qualifizierte Hilfe und Unterstützung vorenthalten. Planstellen für Fachkräfte werden nicht geschaffen.

Torsten Maaß lehnt jede Art von Kriegsdienst ab. Seiner Einberufung zum 04. Oktober 1995 zum 2. ABC AbwBtl 805 war er nicht gefolgt, sondern ist seiner Absicht weiter nachgegangen. Am 02. Dezember 1995 verschafften sich Feldjäger in die Wohnung Tortsen Maaß´Oma zutritt. Sie setzten die ältere Frau so unter Druck, daß der Totalverweigerer sich genötigt sah, sich am Abend den wiederkommenden Feldjägern zu stellen.

Die nächsten Tage verbrachte der Greifswalder im Arrest der Prenzlauer Kaserne. Am 06. Dezember nutzte er eine Unaufmerksamkeit der Bewacher, fuhr nach Hause und verblieb bis zu seiner erneuten Verhaftung dort.

21 Tage Arrest verhängt – unbefristeter Hungerstreik

Am heutigen 31.01.1996 wurde gegen den Totalverweigerer eine 21-tägige Arreststrafe verhängt. Mit dieser soll Torsten Maaß „diszipliniert“ (Oberst Leinebach) werden. Gegenüber dem Verein „Mit uns gegen die Wehrpflicht e.V.“ lehnte der Bataillonschef die Verhängung eines Dienstverbotes gegen den Totalverweigerer und damit die Entlassung aus der Kaserne ab, da er „seine Möglichkeiten ausschöpfen“ will.

Torsten Maaß ist aus Protest gegen die Verhängung des Arrestes in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.

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