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PRESSEINFO

Nummer: 20/96

AutorIn: Matthias Mücke, Andreas Schroth

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 22.04.1996

Wehrpflicht / Berlin
4.691 Anordnungen der polizeilichen Vorführung zur Musterung in Berlin

Wie das Bundesministerium der Verteidigung in einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage, die die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär über Bündnis 90/Die Grünen einbrachte, mitteilte, wurden seit März 1992 insgesamt 4691 polizeiliche Vorführungen vom Kreiswehrersatzamt in Berlin angeordnet. Das heißt, daß sich in diesem Zeitraum mehrere tausend Wehrpflichtige dauerhaft der Musterung entziehen wollten und entzogen haben, denn nur 916 Vorführungen waren erfolgreich.

Das bestätigt endlich auch in Zahlen, daß es in Berlin eine noch nicht dagewesene Verweigerung der Wehrpflichtigen gibt. Gerade von den nacherfaßten Jahrgängen (Jahrgangsstärke ca. 12.065 bei den 1969ern und 10.328 bei den 1970ern, gleich viele 1971er) haben mehr als 25% der Wehrpflichtigen die Musterungsverweigerung praktiziert. Wer ohne Musterung inzwischen 25 Jahre alt geworden ist, kann nicht mehr zum Wehrdienst oder Zivildienst herangezogen werden. Von dem 69er und dem 70er Jahrgang betrifft dies 2.810 junge Männer, die sich erfolgreich verweigerten.

Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär hat an diesem Erfolg maßgeblichen Anteil. In den letzten vier Jahren wurden in Einzelgesprächen mehr als 2.500 Wehrpflichtige allein der Jahrgänge 1969 und 1970 über diese Möglichkeit informiert - die großen Informationsveranstaltungen nicht eingerechnet.

Die von der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär entwickelte und zur Massenbewegung ausgeweitete Musterungsverweigerung verdeutlicht die geringe Akzeptanz der allgemeinen Wehrpflicht unter den Jugendlichen.

Nähere Informationen unter der oben genannten Telefonnummer.

Pressestelle

Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
Kopenhagener Str. 71 - 10437 Berlin
Tel: 030/44013014 - Fax: 030/44013029