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PRESSEINFO

Nummer: 16/97

AutorIn: Frank Brendle

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 21.05.1997

Bundeswehr-Gelöbnis in Zittau
Völkerfreundschaft statt Waffenbrüderschaft!

Am Freitag, 23. Mai 1997 will die Bundeswehr ein öffentliches Gelöbnis in Zittau durchführen. Deutsche, tschechische und polnische Soldaten sollen gemeinsam das Gelöbnis sprechen; die Verteidigungsminister der drei Länder wollen dabei anwesend sein.

Der Bevölkerung wird das Gelöbnis als Beispiel gutnachbarlicher Beziehungen im „Dreiländereck“ verkauft. Doch gute Nachbarn begegnen einander nicht mit der Waffe in der Hand! Die Veranstaltung unterstreicht die erfolgte Einbindung der Nachbarländer in die NATO und die Neufestlegung der Interessensphären in Europa. Die NATO-Osterweiterung wurde gegen den Widerstand Rußlands besiegelt, und nun werden neue Waffenbrüder auf angebliche gemeinsame Feinde eingeschworen. Das macht Bestrebungen, gewaltfreie Methoden der Konfliktverhütung und -bewältigung zu fördern, wieder zunichte.

Gelöbnisse und andere militärische Spektakel sind Eigenwerbung für die Bundeswehr. Das erklärte Ziel des Verteidigungsministeriums, „ganz normale Kampfeinsätze“ durchzuführen, ist bisher nicht populär. Daher soll die Bevölkerung an den Umgang mit Soldaten gewöhnt werden und sich unkritisch an Inszenierungen mit Pauken und Trompeten erfreuen. Nach dem Ende der DDR wurde Zittau, das früher die Offiziershochschule Ernst Thälmann beherbergte, weitgehend entmilitarisiert. Diese Friedensperiode soll jetzt offensichtlich beendet werden.

Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär verurteilt dieses militaristische Spektakel und unterstützt diejenigen Kräfte in Zittau, die sich gegen die Selbstinszenierung des Militärs wenden.

Wahre Freunde brauchen keine Waffen!

Pressestelle

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