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PRESSEINFO

Nummer: 16/98

AutorIn: Michael Behrendt

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 06.06.1998

Jahrhundertereignis der Weltgeschichte:
Erste öffentliche Vereidigung von Schafen

Einberufene Schafe geloben, ihrem Schafstall treu und aufopferungsvoll zu dienen – Kabarettist Arnulf Rating hält die feierliche Gelöbnisansprache.

Heute um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde im Zentrum der Hauptstadt Berlin Weltgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal gelobten in Berlin vor dem Roten Rathaus Schafe öffentlich ihren feierlichen Schafseid. Kommandant Rating:

"Unser Oberschafmacher Vereidigungsminster Volker Rühe hat einmal gesagt: Eid und feierliches Gelöbnis stellen uns vor eine höhere Instanz. Die fordert das ganze Schaf."

Die ausgewählten Schafe aus Ost und West gelobten, dem Staat der Schafsköpfe als willige Herde treu zu dienen und das Recht und die Freiheit von Schafskopfland gegen Feinde wie dumme Ziegen, störrische Esel und wildgewordene Kühe tapfer zu verteidigen, so wahr ihnen irgendwas oder irgendwer helfe.

Einige Schafe mußten zu diesem Ehrendienst zwangsrekrutiert werden. Entsprechend sind sie vorher gezählt, erfaßt und bei der ärztlichen Abschätzung für tauglich befunden worden. Widerspenstige Schafe mußten bedauerlicherweise zu dieser Musterung polizeilich vorgeführt werden. Auch bei diesem feierlichen Ereignis mußten einige besonders störrische Schafe von Schafsjägern an der Leine vorgeführt werden. Glücklicherweise konnte aber noch im Vorfeld der Haarschnitt ordnungsgemäß durchgeführt und so dem Haar- und Barterlaß entsprochen werden. Noch einmal Kommandant Rating:

"Heute wird viel geredet von schwarzen Schafen in unserer Herde, die in Wirklichkeit braune Böcke sind. Dem müssen wir entgegentreten, indem wir ganz klar feststellen: alle Schafe machen Mist. Darum kenne ich keine schwarzen Schafe, ich kenne keine braunen Schafe, ich kenne nur Schafe, die treu zur Herde stehen."

Der Transport der zu vereidigenden Junghammel entsprach gültigen Transportnormen. Ebenso gab es keine Bedenken seitens professioneller Tierschützer und Schafsmeister. Die hauptstädtische Bevölkerung, die in Massen erschien, wohnte der Zeremonie mit Andacht und sichtlicher Rührung bei. Zahlreiche Passanten äußerten spontan den Wunsch, derartige herzstärkende Feierlichkeiten ebenso häufig live geboten zu bekommen wie Lieder der Heimat im Fernsehen. Leutnant Schlachter reagierte auf diese verständliche Bitte des Publikums geschmeichelt und versprach zum nächstmöglichen Termin frischen Schafswehrersatz.

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