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PRESSEINFO
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Gelöbnis in Wriezen:
Ein Denkmal für den unbekannten Sandsack!
Mit einem öffentlichen Gelöbnis, einem Zapfenstreich und einem Volksfest feiert die Bundeswehr zusammen mit der ortsansässigen Bevölkerung am 15. August 1998 in Wriezen den Jahrestag der Oderflut. Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär fordert aus diesem Anlaß die Verbrüderung der Bundeswehr mit der chinesischen Volksbefreiungsarmee und die Einweihung von Gedenkstätten für den unbekannten Sandsack.
Unvergessen bleibt die Schlacht der ruhmreichen Bundeswehr im Sommer 1997 im Oderbruch. Was der Wehrmacht 1945 nicht gelang, vollbrachte ihre Nachfolgerin: Der Feind aus dem Osten wurde zurückgedrängt. Schändlicherweise betrachteten die Stadtverantwort-lichen in Frankfurt (Oder) den heldenhaften Einsatz der Soldaten als einfache Erfüllung eines Verteidigungsauftrages, für den es sich nicht zu bedanken gelte. Oder glaubten sie etwa, es wäre selbstverständlich, daß sie mitsamt ihrem Volk trocken gehalten wurden?
Nur in abgelegenster Provinz weiß man noch, wann Dankbarkeit und Demut angesagt sind. Mit Parolen auf den Wriezener Straßen wie „Danke Bundeswehr“ kämpft das Volk um das Vertrauen der Regierung. Die ist leicht mißtrauisch: Das Gelöbnis wird nicht so öffentlich wie versprochen, Soldaten und Ehrengäste bilden einen abgeschirmten Kreis, das einfache Volk muß sich das Spektakel auf einer Leinwand betrachten. Dafür wird es mit einem großen Fest entschädigt, an dem Fluten von Bier ungehemmt in deutsche Kehlen strömen können, um den deutschen Geist in der national befreiten Zone zu aktivieren. Gemeinsamer, massiver Alkoholgenuß ist das beste Mittel, die Verbundenheit zwischen Zivilbevölkerung und Soldaten zu stärken.
Störend ist in diesem Zusammenhang nur, daß ausgerechnet jetzt, wenn der deutschen Helden gedacht wird, der chinesische Jangtse die Deiche hinwegspült. Und das auch noch in einem Ausmaß, das die „Oderschlacht“ in den Schatten zu stellen droht. Wir empfehlen daher der Bundesregierung, eine enge Kooperation mit der chinesischen Volksbefreiungsarmee einzugehen. Bundeswehrsandsäcke nach China: Dort böte sich ihnen Gelegenheit zu einem einzigartigen humanitären Einsatz.
Ruhm und Ehre dem deutschen Sandsack! Die Millionen von Sandkörnen, die für deutsche Erde ihre Trockenheit ließen, verdienen mehr als eine einmalige militärische Ehrenbezeugung. Dringend angesagt wäre statt dessen, überall in der Bundesrepublik Mahnmale für den unbekannten Sandsack einzurichten, die Zeugnis vom heldenhaften Einsatz unserer Truppe und der Neuausrichtung der Verteidigungskonzeption ablegen.
Vom Sandsack lernen heißt siegen lernen!
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Pressestelle
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
Kopenhagener Str. 71 - 10437 Berlin
Tel: 030/44013014 - Fax: 030/44013029 |
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