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PRESSEINFO
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Nummer: 32/00
AutorIn: Ulrike Gramann, Ralf Siemens
eMail: info@Kampagne.de
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Datum: 19.07.2000
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Einladung an die Presse:
Ehrung von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern
Der 20. Juli 1944 wird durch Bundesregierung und Bundeswehr als Sinnbild des „deutschen Widerstands“ geehrt. Der Widerstand derjenigen, die sich am entschiedensten der Beteiligung an den verbrecherischen Kriegen der Wehrmacht entzogen haben, wird dabei ausgeblendet: der Widerstand der Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer. Die NS-Militärjustiz verhängte gegen Kriegsdienstverweigerer und Deserteure 46.000 Todesurteile. Über 20.000 davon wurden vollstreckt.
Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär wird morgen mit einer Kranzniederlegung den vorbildlichen, aber bis heute verdrängten Widerstand derjenigen ehren, die sich dem Krieg konsequent verweigert haben:
Zeitpunkt der Ehrung: 20. Juli 2000, gegen 13 Uhr
Ort: Innenhof der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“
Die Kranzniederlegung findet im unmittelbaren Anschluss an die offizielle Gedenkveranstaltung der Bundesregierung statt.
Die Gedenkrede hält Ludwig Baumann, der Vorsitzende der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz. Ludwig Baumann ist Wehrmachtsdeserteur und wurde 1942 wegen „Fahnenflucht“ zum Tode verurteilt. Zu zwölf Jahren Zuchthaus begnadigt, war Ludwig Baumann im Wehrmachtsgefängnis Torgau inhaftiert. Obwohl 1998 ein Gesetz zur Aufhebung der NS-Unrechtsurteile verabschiedet wurde, sind die Wehrmachtsdeserteure bis heute weder grundsätzlich rehabilitiert noch entschädigt worden und müssen sich nach wie vor entwürdigenden Einzelfallprüfungen entziehen.
Ludwig Baumann und VertreterInnen der Kampagne stehen der Presse als Ansprechpartner zur Verfügung.
Weitere Informationen unter Tel. 0 30 / 44 01 30-0
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Pressestelle
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
Kopenhagener Str. 71 - 10437 Berlin
Tel: 030/44013014 - Fax: 030/44013029 |
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