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PRESSEINFO

Nummer: 33/00

AutorIn: Ulrike Gramann

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 20.07.2000

Ehrung von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern
in der Gedenkstätte im Bendlerblock

Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär hat heute, am 20. Juli 2000, in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit einer Kranzniederlegung die Deserteure der Wehrmacht, Wehrkraftzersetzer und Kriegsdienstverweigerer geehrt. Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz und selbst Wehrmachtsdeserteur, hielt die Ansprache.

Die Deserteure haben sich mit ihrem entschlossenen Handeln dem verbrecherischen Krieg der Wehrmacht verweigert. Die NS-Militärjustiz verhängte gegen Kriegsdienstverweigerer und Deserteure 46.000 Todesurteile, von denen über 20.000 vollstreckt wurden. Die Wehrmachtsdeserteure müssen bis heute um ihre vollständige Rehabilitierung kämpfen. Nach Aufhebung der NS-Unrechtsurteile durch den Bundestag 1998 verbleiben Deserteure der Wehrmacht als einzige Gruppe von Überlebenden, die sich entwürdigenden Einzelfallprüfungen unterziehen müssen.

Baumann erklärte, dass Soldaten der Bundeswehr verpflichtet wären zu desertieren, wenn die Bundeswehr einen Krieg wie die Wehrmacht führen würde. Ob die Feldjäger, die seiner Rede zuhören konnten, sich allerdings wirklich mit der Geschichte der Wehrmacht auseinandersetzen werden, darf bezweifelt werden. Der verantwortliche Offizier der Feldjäger, ein Major, bezeichnete ihn gegenüber Mitarbeitern der Kampagne als „Straftäter“.

Die Kranzniederlegung fand ebenso wie die Ehrung der „Männer des 20. Juli“ durch die Bundesregierung unter starkem Polizeischutz und in Anwesenheit eines Aufgebots von zahlreichen Feldjägern der Bundeswehr statt. Im Vorfeld des Rekrutengelöbnisses, das heute abend in der Nähe des Bendlerblocks stattfindet, wurde der Öffentlichkeit nur unter scharfen Sicherheits-
vorkehrungen Zutritt zur Kranzniederlegung gewährt. Flugblätter und Informationsmaterial der Kampagne wurden von Feldjägern sichergestellt und durften nicht mit in den Bereich vor der Gedenkstätte genommen werden.


Pressestelle

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Tel: 030/44013014 - Fax: 030/44013029