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PRESSEINFO
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Feldjäger beleidigt Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann - Gericht stellt Verfahren ein
Am heutigen Donnerstag ist das Verfahren wegen Beleidigung gegen Major der Reserve Dirk R. gegen Zahlung von 500 Euro eingestellt worden. Der als Reserveoffizier eingesetzte Feldjäger hatte den Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann am 20. Juli 2000 als Straftäter bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte stimmte der Einstellung des Verfahrens zu.
Ludwig Baumann wurde erst zwei Tage vor der Verhandlung als Zeuge geladen. Als Nebenkläger zugelassen, hatte er eine deutliche Bestrafung gefordert.
Am 20. Juli 2000 war das Areal um den Bendlerblock der Bundeswehr zur Sondernutzung überlassen worden, um dort abends ein Rekrutengelöbnis zu zelebrieren. Die Kampagne ehrte im Hof des Bendlerblocks den Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern der Wehrmacht. Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, hielt die Ansprache. Diese Ehrung wurde von zahlreichen Feldjägern überwacht. Dabei bezeichnete der verantwortliche Offizier der Feldjäger, Major Dirk R., Ludwig Baumann im Anschluss an die Gedenkveranstaltung als einen „Straftäter“. Trotz mehrmaliger Aufforderung Ludwig Baumanns und von Mitarbeitern der Kampagne nahm der Offizier seine beleidigende und kränkende Äußerung nicht zurück. Ludwig Baumann erstattete daraufhin Strafanzeige.
Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär ehrt seit Jahren am 20. Juli in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit einer Kranzniederlegung den Widerstand von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern, gegen die die NS-Militärjustiz 46.000 Todesurteile verhängte, von denen über 20.000 vollstreckt wurden. Einer von ihnen war Ludwig Baumann, der 1942 wegen „Fahnenflucht“ zum Tode verurteilt und anschließend zu zwölf Jahren Zuchthaus begnadigt und im Wehrmachtsgefängnis Torgau inhaftiert wurde. Der Widerstand von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern gegen den verbrecherischen Angriffskrieg wird bei den alljährlichen staatlichen Feiern am 20. Juli völlig ausgeblendet.
Der Kranz mit der Aufschrift „Den Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern – Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär“ ist bereits am Tag der Ehrung heimlich vom Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entfernt worden – unter Aufsicht der Bundeswehr, die das Hausrecht ausübte.
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Pressestelle
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
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