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PRESSEINFO

Nummer: 14/02

AutorIn: Ralf Siemens

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 06.05.2002

ILA – Staatliche Gewaltverherrlichung auf höchstem Niveau

Die heute eröffnete Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung am Flughafen Berlin-Schönefeld ist die größte Rüstungsmesse auf deutschem Boden. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit werden in den ersten Veranstaltungstagen Industrielle, Waffenhändler, Militärs und Politiker ihre Geschäfte betreiben. Rund 100 auf dem Ausstellungsgelände präsentierte militärische Luftfahrzeuge - Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen – stellen den entsprechenden Rahmen dar.

Allein die Bundeswehr präsentiert sich mit 50 Luftfahrzeugen und Großgerät. Die Technikbegeisterung der Jugendlichen wird ausgenutzt, um Werbung für die Truppe zu machen. Die ILA verherrlicht Militär, Krieg und Gewalt, da die ausgestellten Tötungsmaschinen, darunter 50 Kampfflugzeuge, ohne Bilder von Toten und Verstümmelten, den Folgen ihrer Einsätze, gezeigt werden.

Die Diskussion um die Ursachen der Erfurter Bluttat hat bisher Militär und Krieg völlig ausgeblendet. Der Staat besitzt mit dem Militär das gewaltigste Tötungspotential. Die Darstellung von Kriegsmaschinen bei gleichzeitiger Ausblendung ihrer Einsatzfolgen ist Gewaltverherrlichung auf höchstem Niveau. Heranwachsene werden auf der ILA in Cockpits von Kampfflugzeugen steigen und staunend ihren ohrenbetäubenden Flugvorführungen folgen. Fasziniert werden sie die technischen Daten der ausgestellten Fluggeräte studieren.

Bundeskanzler Schröder fragt in seinem offenen Brief rhetorisch: „Es kann doch einfach nicht richtig sein, dass junge Menschen heutzutage in den elektronischen Medien so viel Gewalt als "Unterhaltung" angeboten bekommen. Das soll keinen Einfluss auf die Seele eines jungen Menschen haben?“ Wir fragen: Kann es richtig sein, dass Kinder, Jugendliche und Heranwachsene Kriegssysteme als reine technische Produkte erfahren? Und wie passt es zusammen, dass Heranwachsene zum Dienst an der Waffe gezwungen und zum Töten ausgebildet werden?


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