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PRESSEINFO

Nummer: 19/02

AutorIn: Ralf Siemens

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 17.07.2002

GelöbNIX 2002:
Literarische Performance
mit Hellmut G. Haasis „Georg Elser trifft Adolf Hitler“

18. Juli, Donnerstag, 19 Uhr

Haus der Demokratie, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4

In Kooperation mit der Stiftung Haus der Demokratie hat die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär den anerkannten Emanzipationshistoriker und Publizisten Hellmut G. Haasis eingeladen. Bewusst im Rahmen unseres Protestes gegen das Bundeswehrgelöbnis am 20. Juli, würdigen wir mit einer literarischen Performance den Widerständler Georg Elser.

Es war die Bombe Georg Elsers, die schon am 8. November 1939 den verbrecherischen Krieg der Wehrmacht hätte stoppen und den Holocaust verhindern können. Hitler überlebte das Attentat im Münchener Bürgerbräukeller nur knapp, weil er früher als geplant den Raum verließ. Elser wurde noch in der gleichen Nacht verhaftet, schwer gefoltert und als persönlicher Gefangener Hitlers ins KZ gesteckt. Am 9. April 1945 wurde er hingerichtet. Der Schreiner Georg Elser setzte seine Attentatsplanungen mit dem Ziel, die NS-Führung zu beseitigen, konsequent um. Die militärische Elite hingegen überzog Europa mit einem Angriffs- und Vernichtungskrieg. Die totale militärische Niederlage vor Augen, versuchten Militärs erst am 20. Juli 1944, Hitler zu beseitigen. Heute wird der inkonsequente und nicht demokratisch motivierte militärische Widerstand politisch heroisiert, der Widerstand Georg Elsers dagegen ignoriert.

Haasis hat 1999 eine Biographie über den Hitler-Attentäter Georg Elser veröffentlicht. „Den Hitler jag ich in die Luft“, so der Buchtitel, wurde von der Kritik hoch gelobt. Zur Bedeutung dieser genau recherchierten Biographie schreibt Wilhelm von Sternburg in der ZEIT: „Sein Buch beschämt auch die bürgerliche Geschichtsschreibung, die sich lange weigerte, einen Mann zu akzeptieren, der (...) das frühzeitig zu tun versuchte, wozu die deutschen Eliten aus Militär, Adel und Großbürgertum nicht fähig waren.“

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