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PRESSEINFO
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Tatort Bundeswehr:
General a.D. Günzel Spitze des Braunberges
Unabhängig von der parteipolitischen Verantwortung für das Militär wird regelmäßig bei fremdenfeindlichen und rechten Vorfällen innerhalb der Bundeswehr die Einzelfall-Theorie bemüht. Im Falle Günzel, bis zu seiner Entlassung Kommandeur der Elite der Elite, sogar die Erklärung, er sei „verwirrt“. Unterstützung erfährt das regierungsamtliche Herunterspielen rechten Gedankengutes durch den Wehrbeauftragten des Bundestages. Er verweist auf die ihm bekannt gewordenen Vorfälle innerhalb der Bundeswehr, deren vermeintlich geringe Anzahl nicht auf ein generelles Problem deuten lassen sollen.
Absicht ist es, eine Grundsatzdebatte über den Zusammenhang zwischen Militär und Rechten zu verhindern. Autoritäre und hierarchische Strukturen, ein mit den Auslandseinsätzen wiederbelebtes Bild des männlichen Ideals des Kämpfers, der Rückgriff auf soldatische Tugenden untergegangener deutscher Armeen innerhalb der Bundeswehr ist für Rechte außerordentlich attraktiv. Die militärische Kultur entspricht weitestgehend den autoritären Vorstellungen alter und neuer Rechter.
Innerhalb der Bundeswehr hat sich nach unserer Beobachtung zunehmend ein Geist entwickelt, der sich an dem neuen Auftrag der Bundeswehr ausrichtet: Töten, eigene Verluste ertragen, Schmerzen erdulden und über die eigene körperliche und psychische Leistungsgrenze gehen.
Soldaten berichten uns regelmäßig, dass sie beispielsweise trotz fiebriger Erkältungen gezwungen werden, Innendienst zu leisten und nicht in Betten schlafen dürfen. Anderen wird bei Neuerkrankungen der Weg zum Arzt verwehrt, Soldaten mit Leistenbruch müssen weiterhin Dienst leisten, Außendienstbefreite mit Gelenkverletzungen müssen innerhalb des Kasernengebäudes „Geländeausbildung“ auf harten Böden leisten. Garniert wird diese „einsatznahe“ Ausbildung mit dem Dulden oder dem Zeigen rechter Gesinnung. Allgemeinbildende Schulen werden zu „Zeckenschulen“, die erste Strophe des Deutschlandliedes wird gesungen, Namensschilder an den Uniformen von Vorgesetzten sind in Runenschrift gesetzt.
Vorfälle, die dem Wehrbeauftragten nicht bekannt werden, da dies die Soldaten aus Angst vor Repressionen und Schikanen, aber auch, weil sie es für alltäglich halten, nicht anzeigen.
Ein widerliches rechtes Gebräu innerhalb der Truppe hat sich entwickelt. Dies zu verschweigen, um aus der Bundeswehr eine schlagkräftige Truppe zu machen, die Kriege im Ausland für „deutsche Interessen“ führen soll, heißt, sich zum Komplizen zu machen.
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Pressestelle
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
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