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PRESSEINFO

Nummer: 12/04

AutorIn: Ulrike Gramann

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 12.07.2004

Geschichtsverdrehung 20. Juli
Teil 2: Würde und Ehre

„Widerstand als wichtige Traditionslinie“ lautete der Titel der Rede, die Bundesverteidigungsminister Peter Struck am 20. Juli 2002 anlässlich des Rekrutengelöbnisses in Berlin hielt. Er sagte:
„Mit ihrem Attentat haben die Männer des 20. Juli für die Würde und Ehre unseres Landes gekämpft, die ihm das verbrecherische Regime geraubt hatte. Und es ist wichtig, dass die verpflichtenden Ziele des militärischen Widerstands eine der wichtigsten Traditionslinien der Bundeswehr geworden sind.“
Vertrat der Befehlshaber der Panzergruppe 4, Generaloberst Erich Hoepner, späterer Mitverschworener des Umsturzversuchs, die Würde und Ehre Deutschlands? Er ließ nach Zerstörung des Dorfs Straschewo, dessen BewohnerInnen Partisanen angeblich dadurch unterstützt hatten, dass sie sie verpflegten und sie nicht bei der „deutschen Behörde“ denunzierten, am 4. August 1941 bekanntmachen:
„(...) Auf Anordnung des Befehlshabers wurde das Dorf Straschewo deshalb am 3.8.1941 dem Erdboden gleichgemacht.
In Zukunft wird das Gleiche mit jedem Dorf geschehen, in dessen Nähe sich Partisanen oder andere Verbrecher aufhalten und deren Bevölkerung in irgend einer Weise mit diesen in Verbindung steht, ohne dass hiervon sofort der nächsten deutschen militärischen Stelle Meldung gemacht wurde.“

Quelle: BA-MA Freiburg, RH 21-4/578
Gedruckt in: Gerd R. Ueberschär, NS-Verbrechen und der militärische Widerstand gegen Hitler. Darmstadt 2000, S174 f.

Die Wehrmacht war eine tragende Säule des verbrecherischen Regimes, dessen Herrschaft ein großer Teil der Deutschen bejahte oder widerstandslos ertrug. Und Hoepner kämpfte gegen dieses deutsche Regime, indem er Zivilpersonen auf okkupiertem Territorium drohte, ihre Dörfer dem Erdboden gleichmachen zu lassen?



Biographien der Attentäter:
www.kampagne.de/GeloebNIX/Biographien20.Juli.php
Die Kampagne ist Teil des Netzwerks gegen das Gelöbnis.

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