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PRESSEINFO
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Nummer: 16/04
AutorIn: Ulrike Gramann, Ralf Siemens
eMail: info@kampagne.de
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Datum: 16.07.2004
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Geschichtsverdrehung 20. Juli Teil 6: Widerstand ohne offizielle Weihen
Während die Militärs unter den späteren Verschwörern des 20. Juli bei der Wehrmacht Karriere machten und sich an der Vorbereitung des Angriffkrieges beteiligten, ...
... wusste der Schreiner Georg Elser um den drohenden Krieg und wurde zum Gegner des NS-Staats. Er fasste im Herbst 1938 den Entschluss, Hitler und weitere Nazi-Führer zu beseitigen. Allein und ohne Mitwisser bereitete er ein Attentat vor. Am 8. November 1939 explodierte die Bombe im Münchener Bürgerbräukeller. Hitler und weitere Nazi-Führer überlebten nur, weil sie wesentlich früher als geplant den Saal verlassen hatten. Während der Verhöre durch die Gestapo erklärte er: "Die seit 1933 in der Arbeiterschaft von mir beobachtete Unzufriedenheit und der von mir seit Herbst 1938 vermutete unvermeidliche Krieg beschäftigten stets meine Gedankengänge. ... Ich stellte allein Betrachtungen an, wie man die Verhältnisse der Arbeiterschaft bessern und einen Krieg vermeiden könnte." Georg Elser wurde auf Weisung Himmlers am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet.
Während die späteren Attentäter im Angriffs- und Vernichtungskrieg Befehlen gehorchten und selbst Befehle erteilten,...
... verweigerte Franz Jägerstätter, ein oberösterreichischer Bauer, 1943 den Kriegsdienst in der Wehrmacht. Er hatte 1938 als einziger in seinem Dorf gegen den „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland gestimmt und erklärte nun, dass er gegen sein religiöses Gewissen verstoßen müsste, würde er für den nationalsozialistischen Staat kämpfen. Er könne nicht gleichzeitig Nationalsozialist und Katholik sein, und es gebe eine Zeit, in der man Gott mehr gehorchen müsse als den Menschen. Am 6. Juli 1943 wurde er vor dem Reichskriegsgericht (RKG) in Berlin-Charlottenburg zum Tode verurteilt. Für seine Gewissensentscheidung wurde er am 9. August 1943 ermordet. Elser und Jägerstätter waren, anders als die „Männer des 20. Juli“, kein Teil der Machteliten. Anders als den Militärs unter den Verschwörern, die dem System durch Kriegsvorbereitung und Krieg hindurch dienten, standen ihnen keine internen Informationen zur Verfügung. Trotzdem verstanden sie, was Ereignisse wie der „Anschluss“ Österreichs oder die eigene Einberufung bedeuteten. Ihr Widerstand begann mit der Gewissenstat: nicht der NS-Diktatur zu dienen, nicht mitzulaufen und sich nicht schuldig zu machen, ganz genau wie der Widerstand von mehreren zehntausend Wehrmachtsdeserteuren. Weil ihr Beispiel zeigt, dass die Behauptung vieler Deutscher, von nichts gewusst zu haben und darum ohne Mitschuld zu sein, eine Ausflucht ist, deshalb gibt es für den Widerstand eines Elser, eines Jägerstätter und Zehntausender Deserteure keine offiziellen Weihen.
Die Kampagne ist Teil des Netzwerks gegen das Gelöbnis. |
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Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär
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