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PRESSEINFO

Nummer: 08/07

AutorIn: Ralf Siemens

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 17.07.2007

Totalverweigerer zu erneutem Arrest verurteilt
Bundeswehr verhängt Kontaktsperre


Der 19-jährige Abiturient Alexander Hense aus Neuenbürg bei Karlsruhe ist erneut wegen seiner konsequenten Kriegsdienstverweigerung in Arrest genommen worden. Die erste Arrestierung von sieben Tagen Dauer ist am Sonntag abgelaufen. Noch am selben Tag erhielt er erneut den Befehl, den Dienst in der Bundeswehr aufzunehmen. Seine konsequente Verweigerung wurde mit einer abermaligen Arreststrafe, nach Auskunft der Bundeswehr zu 18 Tagen, geahndet. Eine Kontaktaufnahme zu Alexander Hense ist selbst Familienangehörigen verwehrt worden.

Der Disziplinararrest ist eine so genannte einfache erzieherische Maßnahme, die auf Antrag eines Kompaniechefs verhängt wird. Dieser Arrest wird in einer kleinräumigen Zelle durchgesetzt, die Besuchsmöglichkeiten sind auf eine Stunde pro Woche begrenzt, die Kommunikationswege zwischen Arrestierten und der Außenwelt sind stark eingeschränkt bis aufgehoben. Mit dieser Isolierung versucht die Bundeswehr, den Willen und die Überzeugung des Wehrpflichtigen zu brechen. In der Regel wird erst nach mehrfachen Arreststrafen mit einer Gesamtdauer von 63 Tagen der Versuch der Willensbrechung aufgegeben, und der Soldat erhält ein Dienstverbot oder wird entlassen.

Die Bundeswehr missachtet mit diesem Vorgehen sowohl eklatante Grundrechte des Wehrpflichtigen wie auch die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Das Grundrecht auf Gewissensfreiheit muss auch die Bundeswehr achten. Auch ein Soldat hat „Anspruch darauf, von der öffentlichen Gewalt nicht daran gehindert zu werden, sich gemäß den ihn bindenden und unbedingt verpflichtenden Geboten seines Gewissens zu verhalten.“ (Urteil 2 WD 12.04 vom 21.06.2005, Leitsatz 8)

Alexander Hense ist zum 2. Juli 2007 einberufen worden. Er trat den Dienst, wie gegenüber der Einberufungsbehörde zuvor mitgeteilt, nicht an. Am 7. Juli wurde er um 23.30 Uhr von Feldjägern in der elterlichen Wohnung abgeholt und nach Bad Frankenhausen in Thüringen zu seiner Grundausbildungseinheit gebracht und ist seitdem eingesperrt.

Kontakt: Rekrutenkompanie 5, Seehäuserstr. 60,
06567 Bad Frankenhausen, Telefon: 034671–534712 (Einheit)

Zur Motivation seiner totalen Kriegsdienstverweigerung sein Blog:
http://realsatire.gmoc.de/

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