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PRESSEINFO

Nummer: 09/07

AutorIn: Ralf Siemens

eMail: info@Kampagne.de
Datum: 08.11.2007

Bundeswehr nimmt totalen Kriegsdienstverweigerer zum dritten Mal in Arrest

Die Bundeswehr hat den totalen Kriegsdienstverweigerer Moritz Kagelmann ein drittes Mal inhaftiert. Die zuständige Kammer des Truppendienstgerichtes Nord in Potsdam stimmte einem entsprechenden Antrag der Truppe auf weitere 20 Tage Arrest zu, der seit heute vollstreckt wird. Die ersten beiden „Disziplinararreste“ von hintereinander sieben und 14 Tagen Dauer haben Moritz´ konsequente Haltung gegen Militär und Krieg nicht brechen können.

Moritz Kagelmann folgte der Einberufung zum 1. Oktober nicht und wurde von Feldjägern der Bundeswehr am 14. Oktober gefasst und in das Luftwaffenausbildungsregiment 1 nach Strausberg in Brandenburg gebracht. Er hat jeden Befehl verweigert. Seitdem wird er von der Bundeswehr für seine antimilitaristische Haltung mit Freiheitsentzug bestraft. Außerdem wird der Arrest durch schikanöse Machenschaften verschärft. So wird ihm das Lesen eigener Bücher und Zeitungen verwehrt, die rechtlich ohnehin auf einmal wöchentlich beschränkte Besuchsmöglichkeit wird willkürlich aufgehoben oder wird in einer Ausnüchterungszelle durchgeführt.

Mit Moritz Kagelmann sind 2007 drei Totalverweigerer zur Bundeswehr einberufen worden. Die Bundeswehr ist in den beiden vorherigen Fällen von ihrer Praxis abgewichen, Totalverweigerer erst nach drei Arreststrafen von bis zu jeweils 21 Tagen aus der Bundeswehr zu entlassen bzw. ihnen ein Dienstverbot auszusprechen. Diese beiden Totalverweigerer wurden nach zweimal verhängten Arreststrafen entlassen. In den Jahren 2004 bis 2006 war die Bundeswehr nicht mit einberufenen Totalverweigerern konfrontiert, da sie entweder „vergessen" oder ausgemustert wurden.

In einer Erklärung von Moritz Kagelmann zu seiner Totalverweigerung heißt es u.a.:
Wenn ihnen der Rohstoffzugang verwehrt wird, ist das gemein und ungerecht, und klaut ihnen gar jemand die Vormachtstellung, ist das hinterhältiger Diebstahl. Werden sie angegriffen, ist das Terrorismus. Wenn sie Bomben werfen, dann ist das furchtbar, aber gerecht, und treffen sie dabei ´ZvilistInnen`, ist das schrecklich, aber ein unglückliches Versehen. (...) Um nicht immer alles erst in Schutt und Asche legen zu lassen, bevor gehandelt wird, muss es sich bei der Verneinung von Krieg also um ein radikales Nein gegen jeden Krieg handeln. (...) Da es zu spät ist mit der Verweigerung eines Krieges anzufangen, wenn er bereits da ist, gehört die Verweigerung gegen die Grundlagen des Militärs unbedingt dazu: die Verweigerung von Befehl und Gehorsam in ´Friedenszeiten`.

Kontakt:
Moritz Kagelmann, Barnim Kaserne / Umgehungsstrasse 1, 15344 Strausberg.

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